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Das Fegefeuer

 
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Das Fegefeuer : Ort oder Zustand ? imprimer


Das Wort Fegefeuer, auch Purgatorium genannt, kommt aus dem Lateinischen "purgare", das so gut heißt wie "reinigen", "saubermachen", "frei machen", aber auch "rechtfertigen", "büßen".
Dabei wird das Handeln gemeint.


Laut der religiösen Gesetzgebung des alten Testaments muss alles, was Gott bestimmt ist, vollkommen sein (…).
Der Anspruch nach Integrität muss selbstverständlich nach dem Tod stattfinden, damit die Glaubensgemeinschaft mit Gott vollkommen und definitiv ist. Diejenigen, denen die Integrität fehlt, müssen die Erfahrung der Reinigung durchmachen. (…)
Das Angebot der Barmherzigkeit (des Vaters) bedeutet aber auch die Pflicht, Gott seine Reinheit und Integrität zu bieten. Diese Nächstenliebe, die Paulus „das vollkommene Band“ nennt (Kolosser 3, 14), will uns bereichern. (…) Jede Spur, die zum Bösen führt, muss beseitigt, jede Unförmigkeit der Seele korrigiert werden. Die Reinigung muss vollkommen sein, darin besteht die Doktrin der Kirche über das Fegefeuer
. (Johannes Paul II, Allgemeine Audienz am 4. August 1999).

Ein Ort oder…ein Zustand ?

Zur Zeit der Antike von Hades oder im Totenreich wurde das Fegefeuer lange als Ort verstanden, vielleicht auch deshalb, weil sich der menschliche Geist eher den Raum als die Zeit vorzustellen vermag.
Auch für die Mystiker wird das Fegefeuer in Bezug auf das, was im Jenseits erlebt wird, als Ort verstanden. Richtig wäre, über einen Zustand zu sprechen, da der Verstorbene aus einem schwierigen Zustand in einen besseren Zustand gelangt.
Es geht also um einen vorläufigen Zustand, bevor man die barmherzige Glaubensgemeinschaft mit Gott und mit allen Brüdern im Himmel erfährt:

Das Fegefeuer ist also kein Ort, sondern eine Lebensvoraussetzung, wo alle, die sich in einem Reinigungszustand befinden, schon Teil an der Liebe Christi nehmen können, der sie von ihrer Unvollkommenheit befreit. Dadurch dass sie mit denjenigen, die die ewige Seligkeit genießen und denjenigen, die im jetzigen Jahrhundert leben, verbunden sind, machen sie die Erfahrung mit der geistlichen Gemeinschaft, die im Gebet und in der Nächstenliebe stattfindet (Johannes Paul II., Allgemeine Audienz vom 4. August 1999)