

Seit 1884 kommen viele Pilger nach Montligeon, um für Verstorbene zu beten und sie der Gemeinschaft von Abbé Buguet zuempfehlen. Bis heute sind die Namen Verstorbener in unseren Registern erfasst.
Diese Dokumente werden in einem großen Schrank der Basilika seit Ostern 2008 aufbewahrt. Sie enthalten über 120 Jahre Geschichte von Montligeon. Das Totenregister ist auch ein Beweis dafür, dass das Werk von Abbé Buguet bis heute sehr lebendig ist und weltweite Ausstrahlung hat.
Das französische "Obituaire" ist abgeleitet vom lateinischen Wort "itus" , der Weg. Obitus bedeutet Ende des Weges, also Tod. "Obituaire" heißt Totenregister. Religiöse Gemeinschaften führen ein solches alphabetisches Verzeichnis, um an die Sterbetage Verstorbener der Gemeinschaft zu erinnern.
Das Heiligtum von Montligeon, das diese Dokumentation in der Bruderschaft von Montligeon seit 1884 besitzt, hat diesen Namen (Obituaire) auch dem entsprechenden Schrank gegeben. Er steht im Chorraum der Basilika, dem Herzstück des Wallfahrtsortes Montligeon. Täglich findet eine Messfeier für Verstorbene statt, deren Namen registriert sind. Weltweit wird für die Mitglieder der Bruderschaft von Montligeon gebetet. Weitere Messen werden auf den fünf Kontinenten zelebriert. Inständiges Bitten steigt so von der Erde zum Himmel empor, zugunsten und im Anliegen aller Seelen des Fegfeuers.
Per Post oder Internet können Sie ihre Verstorbenen dem Gebet der Bruderschaft von Montligeon anempfehlen und um deren Aufnahme bitten. Somit werden diese in unser Gebet aufgenommen.
Sie können auch ab heute sich selbst namentlich erfassen lassen, um die Gnaden zu erhalten, welche mit der Messfeier verbunden sind. Durch diese Initiative bekunden Sie ihren Wunsch, das Gebet für die Armen Seelen zu unterstützen. Damit gehören Sie für immer der Bruderschaft von Montligeon an.
Warum soll man dieser Vereinigung angehören ? Worin besteht die Zugehörigkeit oder die Anmeldung eines Verstorbenen ? Schon zu Lebzeiten dieser spirituellen Gemeinschaft anzugehören, bedeutet, sich im Sinne der Gemeinschaft der Heiligen für die Verstorbenen zu engagieren. Zugleich wird Glaube an ewiges Leben bekundet. Ein Mitglied kommt durch sein Gebet und durch sein Leben, das es im Geiste des Evangeliums führt, der Bruderschaft zu Hilfe, seien es Lebende oder Tote. Es schließt sich mit in die täglichen Messen ein, welche von der Bruderschaft in Montligeon gelesen werden. An zehn anderen Orten auf der Welt wird ebenfalls der Anliegen ihrer Mitglieder und auch der Verstorbenen gedacht.
Der überwiesene Mitgliedsbeitrag garantiert eine Teilnahme an den täglichen Messfeiern. Er dient dazu, die Unterhaltung der Basilika wie auch verschiedene Aufgaben des Sühnewerks zu finanzieren. Père Buguet hat gesagt : „Jeder kann unserer Vereinigung angehören, Kinder, Verstorbene, selbst jene, die sich von jeder religiösen Praxis entfernt haben. Es genügt, sich in das Register eintragen zu lassen, einen kleinen einmaligen Beitrag zu entrichten, welcher der täglichen Messfeier dient.“Die Bruderschaft steht also allen offen, man kann ihr wen auch immer anempfehlen, unabhängig von persönlicher Situation und Überzeugung. Als Christen erhoffen wir Heil für jedermann. Alle sind aus Liebe und nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Diese Hoffnung treibt uns an, wenn wir an die Verstorbenen denken.
Gibt es aber nicht auch Lebende, die der Bruderschaft angehören ? Ja. Deshalb unterscheiden wir zwischen der Anempfehlung eines Verstorbenen und der Mitgliedschaft, die eine persönliche Initiative verlangt. Es handelt sich um das mögliche Engagement von Christen, mögen sie der Kirche nahestehen oder nicht, die aber in Gemeinschaft mit Christus sein möchten. Zum Schluss noch ein paar geschichtliche Daten : Die Bruderschaft ist eine Organisation ohne Grenzen : "Wenn Gott es will, wird nichts und niemand dieses Werk verhin- dern". Abbé Buguet hatte Sorge um die Seelen des Fegfeuers. Jeden Montag feierte er eine Messe für die verlassenste Seele.
Er kam auf den Gedanken, ein Sühnewerk ins Leben zu rufen. Es ging ihm um Erlösung der armen Seelen. Mit der Bestätigung und dem Segen von Mgr Trégaro, Bischof von Sées, wurde das Werk am 5.
Oktober 1884 ins Leben gerufen. Seit 1895 ist es vom Vatikan als Erzbruderschaft ersten Ranges anerkannt. Schon im Jahre 1910 gehörten ihm mehrere Millionen Mitglieder an. Allmählich erfolgte eine Ausbreitung in der ganzen Welt. Zahlreiche Gebetsgruppen sind in Europa, Amerika, Asien und vor allem in Afrika entstanden. In diesem Sinne werden auch die Messen gefeiert.
Die weitverbreitete "Bruderschaft ohne Grenzen" ist eine Art unsichtbare Pfarrei geworden. Sie hat sich um die Basilika gebildet, um ununterbrochen für die armen Seelen einzutreten. Dieses Engagement verbindet die Kirche hiermit der Kirche im Jenseits.
Im Auftrag der Gemeinschaft von La Chapelle Montligeon übersetzt aus dem Französischen von N. Breyer